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Die Guten in der Chefetage und im Kollegium

Mein erster Job mit richtig viel Verantwortung. Eines Morgens ruft mich der Geschäftsführer völlig überraschend zu sich und erwartet mich in seinem Büro mit Grabesmiene. Mein Herz schlug bis zum Hals, obwohl es bei seinem Anblick in die Kniegegend gerutscht war. Er hatte Wind davon bekommen, dass ich gegen den ausdrücklichen Wunsch eines Abteilungsleiters ein Meeting einberufen hatte, in dem zwei rivalisierende Abteilungen sich austauschen sollten, um künftig produktiv zusammen zu arbeiten. Der Geschäftsführer hörte sich meine Erklärungen an und griff dann wortlos zum Telefon, um die Personalleitung anzurufen. Diese fragte er mit unheilverkündender Stimme: " Was gibt es  bei uns für Widerstand gegen die Obrigkeit? " Die Antwort nahm er wiederum schweigend entgegen, legte auf und betrachtete mich mit ernstem Gesichtsausdruck. Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken und überlegte grade krampfhaft, was ich mit der vielen Zeit nach der Kündigung anfangen könnte, als er mit sc...
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Jahresrückblick oder Mein Neuer Weg

Das Jahr 2018 hat endlich DIE Wende gebracht. Nämlich die Entscheidung, dass die Zeiten definitiv vorbei sind, in denen ich zehn oder mehr Stunden am Tag vor dem Büro-Computer saß. Dass ich keinem Unternehmen, das dem Konsumwahn verfallen ist, mehr meine volle Arbeitskraft zur Verfügung stellen möchte. Weil ich mich abends ohnehin nur immer wieder fragte, wofür ich das mache, wenn es sich doch so falsch anfühlt. Den ersten richten Schritt habe ich bereits zu Jahresbeginn  gesetzt , als ich wieder einmal nach dem Versenden von Bewerbungen und Empfangen von Absagen auf einer Internet-Plattform gelandet bin, welche Menschen zusammenführt, die Betreuung für 2- und 4-Beiner suchen bzw. anbieten. Unzählige Male hatte ich diese bereits aufgerufen und ohne Anmeldung wieder geschlossen. Möglicherweise war es in dem Moment bloß ein Verzweiflungsakt, aber es wurde der Startschuss für die Veränderung: ich meldete mich an! In die Ausarbeitung meines Profils steckte ich die Überlegung, was ...

Cholerikerchefs, Mobbingkollegen, Hierarchiejunkies und Co

Eigentlich sollte der Blog "Abenteuer Beruf" heißen, denn es ist tatsächlich abenteuerlich, was man in einem fast 30-jährigen Berufsleben vor Augen und Nase bekommt - von den Ohren ganz zu schweigen. Wenn ich überlege, wie lange ich mir das angetan habe, dann bin ich selbst überrascht. Höre ich allerdings die Geschichten von anderen, bei welchen sich mir die Nackenhaare sträuben, dann schätze ich mich wieder glücklich, weil ich im Grunde sehr viel Glück mit meinen Arbeitgebern, Teamkollegen und Vorgesetzten hatte. Das bedeutet auch, dass es sich bei den hier von der Seele geschriebenen Geschichten eher um die Ausnahmen handelt, als um die Regel. Lieber und öfter erinnere ich mich an die vielen "Guten" - ob nun Kollegen oder Chefs - es gab sie zahlreich. Und dennoch haben es manche der negativen Ausnahmen geschafft, mir den Arbeitsalltag nachhaltig zu vermiesen. Einige davon haben mich sogar bis nach Hause und schlimmer, bis in den Schlaf verfolgt. Selbst w...

125 Bewerbungen und noch immer kein passender Job in Sicht

300 Bewerbungen und ebensoviele Absagen - die letzten Tage habe ich beim Assessment Center für ein Training Menschen kennen gelernt, die das und Schlimmeres hinter sich haben. Das muss man sich einmal vorstellen: 300x gehofft, 300x enttäuscht !!! Und es sind durchwegs Leute mit guter Bildung und ansehnlicher Erfahrung. Es braucht viel Kraft und die richtige Einstellung, um daran nicht zu zerbrechen und stattdessen mit Eifer, Hoffnung und dem Ziel vor Augen weiter zu machen. Im Vergleich dazu sind meine rund 125 Bewerbungen harmlos, ja fast beschämend wenig. Und dennoch stand ich vor vielen Monaten, als die Absagen fast schon postwendend eintrafen, auch schon vor der Entscheidung: 1. Verzweifeln oder 2. Sichtweise ändern und mit Elan weiter machen. Ich entschied mich für Variante zwei. Übrigens: egal wie freundlich, zuvorkommend und wertschätzend eine Absage auch formuliert ist, Absage bleibt Absage. Die kürzeste aus meiner persönlichen Statistik besteht aus 55, die längste aus 254...

Die soziale Verantwortung - Teil 2

Wie versprochen möchte ich euch auch noch mein zweites ehrenamtliches Standbein seit Beginn meiner Arbeitslosigkeit vorstellen: das Rote Kreuz (nach ein paar Monaten meiner Tätigkeit bekam ich dieses schöne rote Mitarbeiter-T-Shirt hier - ich hätte stolzer nicht sein können.). Als ich meine Bewerbung verschickte, hatte ich keine Ahnung, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, sich ehrenamtlich als Rotkreuzler nützlich zu machen. Und angenehm überrascht war und bin ich nach wie vor über den lockeren und freundschaftlichen Umgang, der hier gepflegt wird. Völlig egal, wo ich mich umtue. Beim " Ehrenamts-Shopping im Rotkreuz-Supermarkt " ** entschied ich mich für einen Bereich, für welchen ich mich schon vor Längerem einmal beworben hatte, allerdings von einer anderen Seite: die Team Österreich Tafel https://oe3.orf.at/teamoesterreich/stories/teamoesterreich-tafel/ . Schon im März 2010, als diese wunderbare österreichweite Einrichtung in Gemeinschaft zwischen Ö3 und ...

Die soziale Verantwortung von Glückskindern - Teil 1

Ich hatte Glück im Leben. Gleich von Anfang an. Ich bin als gesundes Kind in wohl geordnete soziale Verhältnisse geboren worden. Meine Eltern waren fleißige, ehrliche Leute, die mir neben einer ordentlichen Ausbildung auch ermöglicht haben, alle gängigen Sportarten zu lernen und in entfernte Teile der Welt zu reisen. Die mir Werte vermittelt haben, für die ich ihnen sehr dankbar bin. Zudem lebe ich als Frau in einem Land und in einer Zeit, in welchen es mir freisteht zu tun und zu lassen, was ich möchte. Ich musste nie (unfreiwillig) Hunger leiden, wurde nicht geschlagen, kenne die Grausamkeit und Brutalität eines Krieges nur aus den Medien. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, wenn man einer Minderheit angehört, die ausgegrenzt, verfolgt, vertrieben, mißhandelt, eingesperrt, gefoltert oder getötet wird. Und doch gehöre ich mit all dem zu einer (global gesehen) ganz kleinen, unsagbar glücklichen Minderheit. Die meisten Menschen in meinem Umfeld gehören dazu und vielen i...