Mein erster Job mit richtig viel Verantwortung. Eines Morgens ruft mich der Geschäftsführer völlig überraschend zu sich und erwartet mich in seinem Büro mit Grabesmiene. Mein Herz schlug bis zum Hals, obwohl es bei seinem Anblick in die Kniegegend gerutscht war. Er hatte Wind davon bekommen, dass ich gegen den ausdrücklichen Wunsch eines Abteilungsleiters ein Meeting einberufen hatte, in dem zwei rivalisierende Abteilungen sich austauschen sollten, um künftig produktiv zusammen zu arbeiten. Der Geschäftsführer hörte sich meine Erklärungen an und griff dann wortlos zum Telefon, um die Personalleitung anzurufen. Diese fragte er mit unheilverkündender Stimme: " Was gibt es bei uns für Widerstand gegen die Obrigkeit? " Die Antwort nahm er wiederum schweigend entgegen, legte auf und betrachtete mich mit ernstem Gesichtsausdruck. Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken und überlegte grade krampfhaft, was ich mit der vielen Zeit nach der Kündigung anfangen könnte, als er mit sc...
Das Jahr 2018 hat endlich DIE Wende gebracht. Nämlich die Entscheidung, dass die Zeiten definitiv vorbei sind, in denen ich zehn oder mehr Stunden am Tag vor dem Büro-Computer saß. Dass ich keinem Unternehmen, das dem Konsumwahn verfallen ist, mehr meine volle Arbeitskraft zur Verfügung stellen möchte. Weil ich mich abends ohnehin nur immer wieder fragte, wofür ich das mache, wenn es sich doch so falsch anfühlt. Den ersten richten Schritt habe ich bereits zu Jahresbeginn gesetzt , als ich wieder einmal nach dem Versenden von Bewerbungen und Empfangen von Absagen auf einer Internet-Plattform gelandet bin, welche Menschen zusammenführt, die Betreuung für 2- und 4-Beiner suchen bzw. anbieten. Unzählige Male hatte ich diese bereits aufgerufen und ohne Anmeldung wieder geschlossen. Möglicherweise war es in dem Moment bloß ein Verzweiflungsakt, aber es wurde der Startschuss für die Veränderung: ich meldete mich an! In die Ausarbeitung meines Profils steckte ich die Überlegung, was ...