Das Jahr 2018 hat endlich DIE Wende gebracht. Nämlich die Entscheidung, dass die Zeiten definitiv vorbei sind, in denen ich zehn oder mehr Stunden am Tag vor dem Büro-Computer saß. Dass ich keinem Unternehmen, das dem Konsumwahn verfallen ist, mehr meine volle Arbeitskraft zur Verfügung stellen möchte. Weil ich mich abends ohnehin nur immer wieder fragte, wofür ich das mache, wenn es sich doch so falsch anfühlt.
Den ersten richten Schritt habe ich bereits zu Jahresbeginn gesetzt, als ich wieder einmal nach dem Versenden von Bewerbungen und Empfangen von Absagen auf einer Internet-Plattform gelandet bin, welche Menschen zusammenführt, die Betreuung für 2- und 4-Beiner suchen bzw. anbieten. Unzählige Male hatte ich diese bereits aufgerufen und ohne Anmeldung wieder geschlossen.
Möglicherweise war es in dem Moment bloß ein Verzweiflungsakt, aber es wurde der Startschuss für die Veränderung: ich meldete mich an! In die Ausarbeitung meines Profils steckte ich die Überlegung, was ich als passionierter Hundehalter von einem wirklich guten Hundesitter erwarte und was mich unterscheiden soll von dem ausgesprochen umfangreichen und teils sehr günstigen Angebot an Hundesittern im Netz. Ich nahm mir vor, den Markt der Hundebetreuer einmal gründlich zu durchleuchten und während ich immer tiefer eintauchte, begann ich bereits, mich voll und ganz damit zu identifizieren. Und es machte unheimlich Spaß.
Ich fing an, Betreuung Suchende aktiv zu kontaktieren, stellte bereits erste Überlegungen zur Selbständigkeit an und brachte mein - seit dem letzten Studium etwas verstaubtes - Wissen in Bezug auf Steuer und Sozialversicherung auf den aktuellsten Stand. Wer mich kennt, weiß, dass mein zweiter Vorname "Ungeduld" ist. Ich hatte mich auf einigen Plattformen angemeldet, schon einige Bewerbungen verschickt und die Erwartungshaltung, dass mir die Hundehalter sofort die Türe einrennen würden. Aber nichts geschah - ich war enttäuscht.
Doch dann läutete das Telefon - eine unbekannte Nummer. Ich erwartete eine Firma, die mich zum Bewerbungsgespräch einladen wollte. Stattdessen meldete sich eine nette Männerstimme, die mir unverzüglich das Dilemma schilderte: alle im Haus krank, Hundesitter im Urlaub, brauchen dringend jemand zum Spazieren für die Hündin. Mein Herz hüpfte und ich war außer mir: Jipiiieee, mein erster Auftrag! Der Anfang war geschafft.
Dennoch sollte es noch ein Weilchen dauern, bis ich den Weg fand, den ich jetzt gehe. Entscheidendes passierte, als mich das AMS im September in einen Kurs steckte. Und bevor jetzt vielleicht einige von euch die Nase rümpfen, lest doch einfach mal weiter und seht selbst, dass mir nichts Besseres hätte passieren können.
Da saßen an einem Montag Mitte September elf Hanseln und Hanselinen (Genderwahn Ahoi) in U-Form in einem Schulungsraum voller Installateur-Klimbim im FEZ Mattersburg und beäugten sich gegenseitig, ebenso wie die beiden Trainerinnen vorne an der Tafel, neugierig und gespannt. Im Vorfeld waren wir aus einer Gruppe von rund 25 Personen mittels Assessment Center ausgewählt worden. Teilweise hatte ich mich dort gefühlt, wie in einer Casting Show - zum Glück mit weniger Zusehern und niemandem, der Dieter Bohlen auch nur annähernd ähnlich ist. Ganz im Gegenteil: hier ging es respektvoll, freundlich und konstruktiv kritisch zu. Etwas, das man selten findet.
Im Laufe der kommenden Wochen sollte aus der 11er-Truppe ein Teamgefüge entstehen, wie es mir bislang noch in keinem Unternehmen untergekommen ist. Wir teilten neben der Tatsache, dass wir alle auf Jobsuche waren, in kürzester Zeit unsere Schicksale, Lebensläufe, Essen und Trinken, wie auch mehrere sinnvolle und erstrebenswerte Ziele. Mit "Schuld" an dem Ganzen war ein Zweier-Team von Trainerinnen, das mit unheimlich viel Gefühl, Verständnis, Rücksichtnahme und Respekt für jeden Einzelnen von uns zur Sache ging. Auch das habe ich bislang noch in keiner Firma erlebt. Vor allem, weil sie es schafften, uns Orientierung zu geben, sodass wir gemeinsam freudig und eifrig an einem Strang zogen.
Als ich in den Kurs startete, war ich nach wie vor unschlüssig, wohin mein Weg führen sollte. Mein Herz schlug für die Hundesache, mein Verstand sagte: "Du kannst nicht davon leben und wofür hast du zwei Studienabschlüsse, wenn du dein Wissen nicht einsetzt?" Ich führte Gespräche mit den Trainerinnen und beriet mein Vorhaben in der Gruppe, wo ich wertvolle Tipps und großartigen Zuspruch erhielt.
Und just in dieser Phase ergab es sich, dass ich ein Jobangebot für eine Nachmittags-Teilzeitstelle bekam - das ich allerdings auch gleich wieder verwerfen wollte. Doch dann stand ich eines Morgens auf und mir war plötzlich klar, dass ich mich nicht für eine Sache entscheiden musste, sondern die Chance bekam, zwei Dinge miteinander zu verbinden: meine Freude an der Arbeit mit Menschen (im konkreten Fall mit Kindern sowie deren Eltern und werdenden Lehrern) und meine Liebe zu Hunden.
Und so habe ich in den letzten Wochen des Jahres die Vormittage mit den sehr freundlichen und hilfsbereiten Leuten von der WKO verbracht, mit einer Berufskollegin regen Austausch betrieben, mir einen guten Steuerberater gesucht für meinen ersten Jahresabschluss, eine Versicherung für meine Tätigkeit abgeschlossen, mein Büro neu organisiert und Daten und Belege sortiert für einen sauberen Start in die neue Teilzeit-Selbständigkeit.
Nachmittags ist Büro angesagt. Da widme ich ein paar Stunden Schülern und Lehrern, die sich zur Wissensvermittlung zwecks Aufbesserung der Schulergebnisse in unseren gemütlichen, kleinen und freundlich hellen Klassenzimmern treffen.
Das Schönste daran ist für mich aber, dass bei diesem Konzept meine Hunde nicht zu kurz kommen. Im Gegenteil! Wo es geht, binde ich sie in meine neue Tätigkeit ein. Und jeder Tag, auch in der dunklen Jahreszeit, beginnt nun mit einem ausgiebigen Spaziergang bei Tageslicht, bei dem wir liebe Menschen und Hunde treffen, nicht auf die Uhr sehen müssen und nach Lust und Laune tollen und spielen können. Als ich den letzten Vollzeit-Job gekündigt habe, war einer meiner Wünsche, nie wieder vier lange Wintermonate hindurch morgens und abends ausschließlich im Dunkeln mit ihnen spazieren gehen zu müssen.
Manchmal kann ich es noch gar nicht glauben, dass es mir tatsächlich gelungen ist, einen Weg heraus, aus dem Hamsterrad, zu finden. Ich kann nicht sagen, wie lange ich diesen Weg gehen werde und wohin er mich noch führt. Und ich mag mir zum jetzigen Zeitpunkt auch gar nicht allzu viele Gedanken darüber machen. Bis alles läuft und optimal eingespielt ist, dauert es ohnehin noch ein Weilchen und wie ich mich kenne, werde ich mich in dem, was ich mache, weiter entwickeln und besser werden wollen. Und darauf freue ich mich, denn wenn es etwas gibt, das ich niemals möchte, dann ist es Stehen zu bleiben.
Den ersten richten Schritt habe ich bereits zu Jahresbeginn gesetzt, als ich wieder einmal nach dem Versenden von Bewerbungen und Empfangen von Absagen auf einer Internet-Plattform gelandet bin, welche Menschen zusammenführt, die Betreuung für 2- und 4-Beiner suchen bzw. anbieten. Unzählige Male hatte ich diese bereits aufgerufen und ohne Anmeldung wieder geschlossen.
Möglicherweise war es in dem Moment bloß ein Verzweiflungsakt, aber es wurde der Startschuss für die Veränderung: ich meldete mich an! In die Ausarbeitung meines Profils steckte ich die Überlegung, was ich als passionierter Hundehalter von einem wirklich guten Hundesitter erwarte und was mich unterscheiden soll von dem ausgesprochen umfangreichen und teils sehr günstigen Angebot an Hundesittern im Netz. Ich nahm mir vor, den Markt der Hundebetreuer einmal gründlich zu durchleuchten und während ich immer tiefer eintauchte, begann ich bereits, mich voll und ganz damit zu identifizieren. Und es machte unheimlich Spaß.
Ich fing an, Betreuung Suchende aktiv zu kontaktieren, stellte bereits erste Überlegungen zur Selbständigkeit an und brachte mein - seit dem letzten Studium etwas verstaubtes - Wissen in Bezug auf Steuer und Sozialversicherung auf den aktuellsten Stand. Wer mich kennt, weiß, dass mein zweiter Vorname "Ungeduld" ist. Ich hatte mich auf einigen Plattformen angemeldet, schon einige Bewerbungen verschickt und die Erwartungshaltung, dass mir die Hundehalter sofort die Türe einrennen würden. Aber nichts geschah - ich war enttäuscht.
Doch dann läutete das Telefon - eine unbekannte Nummer. Ich erwartete eine Firma, die mich zum Bewerbungsgespräch einladen wollte. Stattdessen meldete sich eine nette Männerstimme, die mir unverzüglich das Dilemma schilderte: alle im Haus krank, Hundesitter im Urlaub, brauchen dringend jemand zum Spazieren für die Hündin. Mein Herz hüpfte und ich war außer mir: Jipiiieee, mein erster Auftrag! Der Anfang war geschafft.
Dennoch sollte es noch ein Weilchen dauern, bis ich den Weg fand, den ich jetzt gehe. Entscheidendes passierte, als mich das AMS im September in einen Kurs steckte. Und bevor jetzt vielleicht einige von euch die Nase rümpfen, lest doch einfach mal weiter und seht selbst, dass mir nichts Besseres hätte passieren können.
Da saßen an einem Montag Mitte September elf Hanseln und Hanselinen (Genderwahn Ahoi) in U-Form in einem Schulungsraum voller Installateur-Klimbim im FEZ Mattersburg und beäugten sich gegenseitig, ebenso wie die beiden Trainerinnen vorne an der Tafel, neugierig und gespannt. Im Vorfeld waren wir aus einer Gruppe von rund 25 Personen mittels Assessment Center ausgewählt worden. Teilweise hatte ich mich dort gefühlt, wie in einer Casting Show - zum Glück mit weniger Zusehern und niemandem, der Dieter Bohlen auch nur annähernd ähnlich ist. Ganz im Gegenteil: hier ging es respektvoll, freundlich und konstruktiv kritisch zu. Etwas, das man selten findet.
Im Laufe der kommenden Wochen sollte aus der 11er-Truppe ein Teamgefüge entstehen, wie es mir bislang noch in keinem Unternehmen untergekommen ist. Wir teilten neben der Tatsache, dass wir alle auf Jobsuche waren, in kürzester Zeit unsere Schicksale, Lebensläufe, Essen und Trinken, wie auch mehrere sinnvolle und erstrebenswerte Ziele. Mit "Schuld" an dem Ganzen war ein Zweier-Team von Trainerinnen, das mit unheimlich viel Gefühl, Verständnis, Rücksichtnahme und Respekt für jeden Einzelnen von uns zur Sache ging. Auch das habe ich bislang noch in keiner Firma erlebt. Vor allem, weil sie es schafften, uns Orientierung zu geben, sodass wir gemeinsam freudig und eifrig an einem Strang zogen.
Als ich in den Kurs startete, war ich nach wie vor unschlüssig, wohin mein Weg führen sollte. Mein Herz schlug für die Hundesache, mein Verstand sagte: "Du kannst nicht davon leben und wofür hast du zwei Studienabschlüsse, wenn du dein Wissen nicht einsetzt?" Ich führte Gespräche mit den Trainerinnen und beriet mein Vorhaben in der Gruppe, wo ich wertvolle Tipps und großartigen Zuspruch erhielt.
Und just in dieser Phase ergab es sich, dass ich ein Jobangebot für eine Nachmittags-Teilzeitstelle bekam - das ich allerdings auch gleich wieder verwerfen wollte. Doch dann stand ich eines Morgens auf und mir war plötzlich klar, dass ich mich nicht für eine Sache entscheiden musste, sondern die Chance bekam, zwei Dinge miteinander zu verbinden: meine Freude an der Arbeit mit Menschen (im konkreten Fall mit Kindern sowie deren Eltern und werdenden Lehrern) und meine Liebe zu Hunden.
Und so habe ich in den letzten Wochen des Jahres die Vormittage mit den sehr freundlichen und hilfsbereiten Leuten von der WKO verbracht, mit einer Berufskollegin regen Austausch betrieben, mir einen guten Steuerberater gesucht für meinen ersten Jahresabschluss, eine Versicherung für meine Tätigkeit abgeschlossen, mein Büro neu organisiert und Daten und Belege sortiert für einen sauberen Start in die neue Teilzeit-Selbständigkeit.
Nachmittags ist Büro angesagt. Da widme ich ein paar Stunden Schülern und Lehrern, die sich zur Wissensvermittlung zwecks Aufbesserung der Schulergebnisse in unseren gemütlichen, kleinen und freundlich hellen Klassenzimmern treffen.
Das Schönste daran ist für mich aber, dass bei diesem Konzept meine Hunde nicht zu kurz kommen. Im Gegenteil! Wo es geht, binde ich sie in meine neue Tätigkeit ein. Und jeder Tag, auch in der dunklen Jahreszeit, beginnt nun mit einem ausgiebigen Spaziergang bei Tageslicht, bei dem wir liebe Menschen und Hunde treffen, nicht auf die Uhr sehen müssen und nach Lust und Laune tollen und spielen können. Als ich den letzten Vollzeit-Job gekündigt habe, war einer meiner Wünsche, nie wieder vier lange Wintermonate hindurch morgens und abends ausschließlich im Dunkeln mit ihnen spazieren gehen zu müssen. Manchmal kann ich es noch gar nicht glauben, dass es mir tatsächlich gelungen ist, einen Weg heraus, aus dem Hamsterrad, zu finden. Ich kann nicht sagen, wie lange ich diesen Weg gehen werde und wohin er mich noch führt. Und ich mag mir zum jetzigen Zeitpunkt auch gar nicht allzu viele Gedanken darüber machen. Bis alles läuft und optimal eingespielt ist, dauert es ohnehin noch ein Weilchen und wie ich mich kenne, werde ich mich in dem, was ich mache, weiter entwickeln und besser werden wollen. Und darauf freue ich mich, denn wenn es etwas gibt, das ich niemals möchte, dann ist es Stehen zu bleiben.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen