Ich hatte Glück im Leben. Gleich von Anfang an. Ich bin als gesundes Kind in wohl geordnete soziale Verhältnisse geboren worden. Meine Eltern waren fleißige, ehrliche Leute, die mir neben einer ordentlichen Ausbildung auch ermöglicht haben, alle gängigen Sportarten zu lernen und in entfernte Teile der Welt zu reisen. Die mir Werte vermittelt haben, für die ich ihnen sehr dankbar bin. Zudem lebe ich als Frau in einem Land und in einer Zeit, in welchen es mir freisteht zu tun und zu lassen, was ich möchte. Ich musste nie (unfreiwillig) Hunger leiden, wurde nicht geschlagen, kenne die Grausamkeit und Brutalität eines Krieges nur aus den Medien. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, wenn man einer Minderheit angehört, die ausgegrenzt, verfolgt, vertrieben, mißhandelt, eingesperrt, gefoltert oder getötet wird. Und doch gehöre ich mit all dem zu einer (global gesehen) ganz kleinen, unsagbar glücklichen Minderheit. Die meisten Menschen in meinem Umfeld gehören dazu und vielen i...