16 Monate, so lange ist es mittlerweile her, dass ich meinen letzten Job gekündigt und mich kopfüber und zudem in gefährlichem Alter in die große Ungewissheit gestürzt habe. Das ist bestimmt kein Grund für Tränen oder Traurigkeit. Wie (leider) offensichtlich ist, nage ich ja nicht am Hungertuch (obwohl so ein wenig Hungern nicht schaden täte, wie meine Hüften sagen würden, wenn sie sprechen könnten), fühle mich nach wie vor und aufgrund entsprechendem Engagements (zumindest meistens) als wertvolles Mitglied der Gesellschaft, habe nicht vor, mich Frust und Depressionen hinzugeben (was manchmal gar nicht so einfach ist) und finde das Leben auch ohne chemische, alkoholische oder nikotinhältige Hilfsmittel (fast immer) schön.
16 Monate, das nennt man Langzeitarbeitslosigkeit. Das geht auch nicht völlig spurlos an einem vorüber. Soll es auch gar nicht. Es gibt eine ausgesprochen interessante, ganz wunderbare und trotz ihres Alters nicht minder aktuelle (österreichische) Studie (und Buch) zu dem Thema: Die Arbeitslosen von Mariental. Wer mag, kann hier mehr drüber erfahren: https://oe1.orf.at/artikel/213147
Als ich mich vor rund 16 Monaten aus freiem Willen und im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte (das dachte ich zumindest zu dem Zeitpunkt) in dieses "Abenteuer" stürzte, wusste ich nur eines ganz sicher: ES MUSS SICH ETWAS ÄNDERN! Die rund 16 vor mir liegenden Berufsjahre bis zu einer eventuellen Pensionierung will ich in jedem Fall anders, besser, sinnvoller, zufriedener, stressfreier verbringen, als die 28, die hinter mir liegen. Was mir vorschwebte, war etwas in der Art "Der Beruf als Berufung" - eine Tätigkeit, bei der man nicht die Monate, Wochen, Tage bis zur rettenden Pensionsoase zählt, sondern mit Begeisterung an die Arbeit geht - wenn es sein muss bis zum sprichwörtlichen Umfallen. In der Zwischenzeit habe ich zudem noch erkannt: ich bin nicht alleine mit diesem Wunsch (gerade in meiner Altersklasse). Aber so einfach das in der Theorie klingt, so spannend und vielfältig und auch schwierig (manchmal ist das Glas halbleer) stellt es sich nun in der Realität dar.
Schuld an dem ganzen Dilemma ist - wie ich meine - der fehlende Mut zum Risiko bei der ursprünglichen Berufs- bzw. Ausbildungswahl vor über 30 Jahren. Anstatt meinen Träumen und Idealen treu zu bleiben, bin ich einem Konzept der finanziellen Sicherheit gefolgt und nun hab ich den Salat. Die Vergangenheit hat mich eingeholt.
Orientierung und "Selbstfindung" (so klischeehaft das auch klingen mag) stehen also nun am täglichen Speiseplan meines Arbeitslosenmenüs. Oft genug aber auch Unsicherheit und Ratlosigkeit. Wer sich das nicht vorstellen kann, den lade ich herzlich ein, mich auf meiner Reise zu begleiten und vielleicht findet sich der eine oder andere in meinen Reiseberichten wieder. Und vielleicht macht es auch anderen Mut, einen Schlussstrich zu ziehen unter etwas, das schon lange beendet gehört, weil es sich nicht mehr gut anfühlt und nicht guttut und nicht zufrieden, geschweige denn glücklich macht. Und umgekehrt bin natürlich auch ich für Inspirationen von anderen empfänglich und dankbar.
Bitte nicht falsch verstehen! Niemand soll sich ins Ungewisse stürzen, nur weil vielleicht der eine oder andere Tag im Büro aufreibend ist (Montagen sagt man das im Speziellen nach), weil der eine oder andere Chef einem ab und zu blöd kommt und auch nicht weil der eine oder andere Kollege/Kunde/Geschäftspartner/Patient/Klient einem hie und da den letzten Nerv zieht. Aber wer hier die Worte "der eine oder andere" durch "JEDER" ersetzen kann, bei dem ist es möglicherweise Zeit, etwas zu ändern, denn: am ende des lebens bereut man nicht das, was man getan hat, sondern das, was man nicht getan hat....
(ich konnte nicht heraus finden, ob und wer ein copyright auf diesen Satz hat - sollte es jemanden geben, bitte um Info, dann werde ich ihn ggfls. löschen oder umformulieren)
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